Jahreslosung 2018: Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6 (L)

Seilershof

Seilershof liegt neun Kilometer nördlich von Gransee, nahe der B 96 am Kleinen Wentowsee und hat etwa 200 Einwohner.

Der Ort Seilershof ist noch relativ jung. Am 16. Mai 1754 schenkte Friedrich der Große dem königlichen Oberförster Johann Georg Seiler zu Lüdersdorf die wüsten Ländereien am Pfefferteich, die zum königlichen Forst gehörten. Am Pfefferteich stand eine Wassermühle, die man Pfeffermühle nannte. Der neue Besitzer machte das Land urbar und errichte Wohn- und Geschäftsgebäude, die heute noch vorhanden sind.

Von dem Oberförster Seiler erzählt man sich, dass er mitsamt seinem Pferde im Teich der Parkanlage gegenüber dem Gutshof ertrunken sei.
Die Mitte des "Kleinen Wentowsee" in Seilershof bildete früher die Grenze zwischen Mecklenburg und Preußen. Im Ortsteil Fischerwall, an der B 96 gelegen, befand sich einst die Zollstation zwischen Mecklenburg und Preußen. An dieser Stelle wurden die sterblichen Überreste der preußischen Königin Luise auf der Überführung ihres Leichnams vom Sterbeort Hohenzieritz in Mecklenburg/Strelitz zum Berliner Schloß Charlottenburg in preußische Hoheit übergeben. Das „Kleine Louisendenkmal" erinnert daran.



Seilershof liegt im Naturpark „Stechlin-Ruppiner Land" und grenzt an das Landschaftsschutzgebiet „Fürstenberger Wald- und Seengebiet". Bedingt durch die günstige Lage entwickelte sich Seilershof zu einem beliebten Ausflugsort.
Am 16. Mai 1954 wurde Seilershof 200 Jahre alt. Bereits am 2 Mai 1954, dem Sonntag Miserikordias Domini, wurde die kleine idyllische Kirche durch Bischof D. Dr. Dibelius eingeweiht.



Pfarrer in Altlüdersdorf und Seilershof war zu dieser Zeit Eginhard Schmiechen. Er erinnert sich an die Zeit des Kirchenbaus in Seilershof. 1945 wurde der Menzer Pfarrer August Reinicke Superintendent von Gransee. Er gehörte der Bekennenden Kirche an und „nahm kein Blatt vor den Mund". „Als ‚Opfer des Faschismus' hatte er gewisse Einflußmöglichkeiten bei den staatlichen Organen der DDR-Administration. Das kam dem Kirchbau in Seilershof zugute."



„Die Gottesdienste und Gemeindekreise wurden bis zum Bau der Kirche im Gasthaus Rölle gehalten. Herr Rölle war Ältester und betrieb mit Erfolg den Bau einer Kirche. Den erlebten wir nun mit; Herr Rölle jedoch starb ganz plötzlich drei Monate vor der Einweihung. Ich war in der Bauphase als der ‚Pastor' Ansprechpartner der Handwerker, aber eigentlich nicht ‚befugt'. Als ‚Prädikant' vor dem 2. Examen und der Ordination durfte ich zwar pro loco Abendmahl halten, bekam aber nicht den Vorsitz im Gemeindekirchenrat (GKR). Den hatte für Seilershof Sup. Reinicke ... Nach der Ordination am 7.3.1954 erhielt ich den Vorsitz (wie es damals so üblich war).
Im Bauverlauf gab es manche Irritationen. Als der Sup. mehrere Tage abwesend war, kam der Kirchenbaurat mit Handwerksmeistern in meiner Gegenwart über ein strittiges Farbproblem zu einem Kompromiss, dessen Ausführung ich beaufsichtigen sollte. Der Sup. fühlte sich mit seiner abweichenden Meinung übergangen und suchte bei mir die Schuld, nicht genug ‚widerstanden' zu haben. Aber ich war eigentlich gar nicht ‚befugt'! ...

Der Kirchbau ging zügig voran, am 4.8.1953 war Richtfest und für den 2.5.1954 (Mis.Dom.) war die Einweihung festgesetzt, die Bischof D. Dr. Dibelius hielt ... Kirchbau 1954 in der DDR - das war ein Ereignis!"„Die Seilershofer Kirche war damals ein Wunder, angesichts der ideologischen Kampagnen gegen die Kirche." Seilershof gehört seit 1998 als Ortsteil zur Stadt Gransee.



Die Gemeinde ist dankbar, daß sie eine Kirche hat, die 2014 auf sechzig Jahre zurückblicken kann. Damit auch noch künftige Generationen mit und in dieser Kirche leben können, bedarf es auch ihrer Spenden!

Unsere Bankverbindung: Konto 320 010 870 bei der Volksbank Uckermark (BLZ: 150 917 04), Stichwort: Kirche Seilershof. Empfänger ist der Ev. Kirchenkreisverband Eberwalde.

Nähere Auskünfte erhalten Sie bei Frau Eleonore Klewitz, Hauptstr. 28; Telefon (033085) 70361 und im Evangelischen Pfarramt Mildenberg, Mildenberger Dorfstr. 22, 16792 Zehdenick; Telefon/Telefax (03307) 2494.


Pfarrer Günther Schobert