Jahreslosung 2018: Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6 (L)

Mildenberg

Mildenberg ist ein Angerdorf, vier Kilometer nördlich von Zehdenick gelegen. Im Jahre 1267 wurde es erstmalig urkundlich erwähnt unter dem Namen "Mildenberge". Als Datum wird der 29. November genannt. Es mag einige Jahrzehnte früher gewesen sein, als sich etwa auf der heutigen Dorfstelle deutsche Einwanderer ansiedelten, sicherlich mit den hier in der Feldmark ansässigen slawischen Wenden gemeinsam.

1270 gelangte der Ort mit dem Land Löwenberg an das Bistum Brandenburg. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert war Mildenberg im Besitz der Familie von Badingen auf Schloß Badingen. 1460 ging der Ort an Hans von Bredow auf Friesack, danach zum Haus Badingen, 1727 zum Amt Badingen.

Die Kirche ist ein Feldsteinbau des 13. Jahrhunderts, auf dem Dorfanger gelegen. Sie hat einen Westturm. Erneuert wurde sie im 17./18. Jahrhundert. Das Turmdach wurde 1883 und knapp hundert Jahre später, 1980 neu gedeckt. Da 1980 nur Pappschindeln verwendet werden konnten, mußte das Turmdach 1998 erneut - nun wieder mit Naturschiefer - gedeckt werden. Die beiden Jahreszahlen 1766 und 1980 in der Wetterfahne machen die Veränderungen sichtbar.
Der Turmunterbau tritt etwas über die Schiffsmauern hervor, sein Oberteil erhebt sich aus dem Satteldach, ist durch Lisenen gegliedert und mit einer Haube bekrönt. Darauf befindet sich die Kugel und die Wetterfahne. Das Westportal und die beiden Nordtüren, von denen die vordere zugemauert ist, sind spitzbogig. Sie gehören zum mittelalterlichen Bau, ebenso die Sakristei an der Südseite und die Ostfenster. Eine dritte mittelalterliche Tür an der Nordwand ist ebenfalls - wie auch die Fenster der Langseiten - vermauert. Die jetzigen Langseitenfenster sind im 17./18. Jahrhundert eingebrochen, ebenso das Rundfenster über der Nordtür.

Turm und Kirchenraum sind im Inneren durch eine Wand voneinander getrennt, durch die eine schmale spitzbogige Tür führt. Das Schiff ist einschließlich der Decke verputzt und hell gestrichen. In der Ostwand befinden sich zwei Sakramentsnischen aus vorreformatorischer Zeit. In der tonnengewölbten Sakristei sehen wir noch heute einen vermauerten Kamin.

Die Einbauten in der Kirche stammen im wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert: so die Kanzelwand, die Emporen und das Gestühl aus gleicher Zeit. Allerdings verwendete man hier Brüstungen und Beschlagwerk aus der Zeit um 1600, vor allem zu sehen an der Westempore. Ein Schmuckstück ist die kelchförmige hölzerne Taufe mit reliefmäßig behandeltem Blatt- und Fruchtgeranke. Ihre Vollendung erfuhr sie im Zuge der Restaurierung im Jahre 1993. Die gesamte Inneneinrichtung wurde mehrfach braun gestrichen, zuletzt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Nach dem zweiten Weltkrieg bekam sie einen überwiegend grauen Anstrich. 1989 konnte dann die ursprüngliche Bemalung des 18. Jahrhunderts wieder hergestellt werden. Die Einrichtung wurde 1999 komplettiert mit einem dem 18. Jahrhundert nachempfundenen Lesepult.
In den Ostfenstern befanden sich vor dem 2. Weltkrieg noch zwei farbige Glasscheiben, die eine mit Jakobsleiter und der Inschrift "Christia Därinck 1656", die andere mit dem heiligen Andreas und der Inschrift "Andreas Henninck 1656". Heute ist nur noch letztere vorhanden.

Die Orgel stammt aus dem Jahre 1864 von dem bekannten Berliner Orgelbauer W. Remler. Sie wurde in den Jahren 2005 und 2006 von der Orgelbaufirma Rainer Wolter aus Dresden fachmännisch restauriert. Am 08. Oktober 2006 konnte sie wieder eingeweiht werden. Am 03. Mai 2009 erlebte die Gemeinde ein bewegendes Orgelkonzert mit dem bekannten Organisten Matthias Eisenberg aus Zwickau. Er bestätigte die gute Qualität der Restaurierungsarbeit Rainer Wolters.
Zu den alten Schmuckstücken gehören zwei vergoldete silberne Kelche; der eine mit den Buchstaben "jhesus", laut Inschrift aus dem Jahre 1655, wahrscheinlich aber bereits von 1573, der andere mit der Inschrift:

‹*ACHIM*LVCKE*MALTZAN*GOT*SI*EM*GNEDICH*IN*EWIGKEIT*VND*GEVE*EM* DE* EWIGE*SALICHKEIT*1*5*7*3*› und seinem Wappen, sowie eine Taufschüssel mit Madonnenrelief aus Messing. Am Rande ist die Jahreszahl 1655 zu lesen.
Die Kirchenbuchaufzeichnungen reichen zurück bis zum Jahr 1739.

Die Gemeinde ist dankbar, daß sie eine Kirche hat, in der sich die gut sieben Jahrhunderte widerspiegeln. Damit auch noch künftige Generationen mit und in dieser Kirche leben können, bedarf es auch weiterhin Ihrer Spenden!

Unsere Bankverbindung: Konto 320 010 870 bei der Volksbank Uckermark (BLZ: 150 917 04), Stichwort: Kirche Mildenberg. Empfänger ist der Ev. Kirchenkreisverband Eberwalde.


Pfarrer Günther Schobert