Jahreslosung 2018: Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6 (L)

Badingen

Badingen ist ein Straßendorf, fünf Kilometer westlich von Zehdenick gelegen. Im Jahre 1267 wurde es erstmalig urkundlich erwähnt unter dem Namen „Badinghe". 1270 gelangte der Ort mit dem Land Löwenberg an das Bistum Brandenburg und war vom 13. bis zum 15. Jahrhundert, zusammen mit dem drei Kilometer entfernten Mildenberg, im Besitz der Familie von Badingen auf Schloß Badingen. 1459 wird Badingen als „oppidum" (Städtchen) bezeichnet. Im Jahre 1460 gelangte der Ort an Hans von Bredow auf Friesack und 1536 an den Kurfürsten, der es schließlich 1551 an die von Trott vermachte.

Die Sage weiß zu erzählen, daß Badingen genauso wie Tornow und andere Gutshäuser ein Nest der Raubritter gewesen sei. Diese Raubburgen waren dem Landesherrn ein Dorn im Auge. Deshalb beschloß er, all diese Güter angesehenen Leuten zu übergeben.

Adam von Trott - ein Günstling des Landesherrn - war ein verwegener und impulsiver Mann und somit ein guter Anwärter für eine der Raubritterburgen.Bei einem Wettkampf hatte er schließlich den Sieg über einen Gegner mit nicht ganz sauberen Mitteln gewonnen. Als „Strafe", die natürlich sein mußte, durfte er das Raubritternest Badingen befreien und - im Falle des Sieges - behalten.

Im Jahre 1666 verstarb der letzte - in Badingen lebende - von Trott, George Friedrich von Trott. Er war unverheiratet und ohne Nachkommen. Mit dem Tod des wirklich letzten der Familie im Jahre 1727, Friedrich Wedige von Trott, der in Himmelpfort lebte und starb, ging Badingen zurück in den Besitz des Landes und wurde königliches Domänenamt. Von da an gab es nur noch Pächter.

Die Kirche, die in der Mitte des Dorfes neben dem „festen Haus" (eine Sonderform eines Herrschaftssitzes im Übergang von der Burg zum Schloß) steht, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde aus gut verarbeiteten Feldsteinen errichtet. Sie hat einen eingezogenen Chor und einen mächtigen Westturm, der die ganze Breite des Kirchenschiffes umfaßt. Aus dieser Zeit sind nur die Mauern erhalten, außerdem sind die kleineren vermauerten Fenster gut zu erkennen. Größere Umbauten geschahen im 17. und 18. Jahrhundert und 1907. So wurden die Fenster vergrößert, die Inneneinrichtung völlig erneuert.

Auffällig ist die teilweise vermauerte, im ersten Turmgeschoß auf der Nordseite gelegene Tür, die dem bequemen Zugang von der Kirche zum „festen Haus" bildete.

Die schlichte Innenausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert ist in den letzten Jahren teilweise wiederhergestellt worden: der Kanzelaltar mußte wegen großem Schwammbefall Anfang der 70er Jahre abgebaut werden, das Patronatsgestühl wurde entfernt. Ein Wiederaufbau des Kanzelaltars konnte 1999 erfolgen. Damit erhielt die Kirche ihren Mittelpunkt zurück.

Die Orgel, 1858 von der Firma Lütgemüller aus Wittstock erbaut, war über dreißig Jahre nicht mehr spielbar. 1997 konnte sie wiederhergestellt werden. Sie erhielt auch wieder einen Prospekt, der 1917 dem Krieg zum Opfer gefallen war. Bereits in den 50er Jahren wurde unter der Empore ein Gemeinderaum eingebaut.

Gut erhalten ist der Totenschild des Geheimen Kriegsrates Georg Friedrich von Trott, jener 1666 gestorbene von Trott, sowie seine Turnierlanze, seine Wappenlanze, die eisernen Handschuhe, der Brustharnisch, der Turnierhelm und der Marschallstab an der nördlichen Chorwand.

Aus dem Jahre 1692 stammt das im Durchmesser 46 Zentimeter große Taufbecken aus Messing, auf dem ein Doppeladler mit großem Wappenschild und die Umschrift „gott sei mit uns" zu sehen ist. Außerdem sind die Namen „Christian E. P. Dürinck, Pachtschäfer" und „Sophie Günters 1692" zu lesen.

Die Glocke stammt aus dem späten Mittelalter (15. Jahrhundert). Sie wurde über 500 Jahre mit der Hand geläutet. Am 1. Passionssonntag (Invokavit), 26. Februar 2012, konnte die Gemeinde ein modernes elektrisches Geläut in Dienst stellen.

Vieles konnte in den letzten Jahren wiederhergestellt werden, finanziert zum übergroßen Teil aus Spenden der Gemeinde. „Nun hoffen wir auf eine baldige Restaurierung der früher reich verzierten Empore, die sicher noch einmal ca. 15.000 € kosten wird."

Vor der Kirche steht ein Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Es ist aus Feldsteinen gemauert und wurde vor etlichen Jahren restauriert. Jedoch wird eine erneute Restaurierung fällig, da der Putz abzubrechen droht und die Namen kaum mehr zu lesen sind.

Die Gemeinde ist dankbar, daß sie eine Kirche hat, in der sich gut sieben Jahrhunderte widerspiegeln. Damit auch noch künftige Generationen mit und in dieser Kirche leben können, bedarf es auch weiterhin ihrer Spenden!

Unsere Bankverbindung: Konto 320 010 870 bei der Volksbank Uckermark (BLZ: 150 917 04), Stichwort: Kirche Badingen. Empfänger ist der Ev. Kirchenkreisverband Eberwalde.

Nähere Auskünfte erhalten Sie bei Frau Eva Siewert, Osterner Weg 5; Telefon (03307) 312284 und im Evangelischen Pfarramt Mildenberg, Mildenberger Dorfstr. 22, 16792 Zehdenick; Telefon/Telefax (03307) 2494.


Pfarrer Günther Schobert